Heute morgen ging es schon in aller Frühe los. Noch völlig müde von den Schildkröten bin ich also um 6 Uhr aus dem Bett gekrabbelt, da wir schon um 7.20 abgeholt werden sollten.
Fertig machen, yummy French Toast essen und Rucksack packen - dann ging es auch schon los zum Abendteuerpark!
Die Fahrt dauerte 2 Stunden, die ich sinnvoll mit Schlafen verbracht habe. Bis auf Anne und ich waren alle Französisch und ganz ohne Vorurteile haben zu wollen, haben sie natürlich auch nur auf Französisch geredet.. Davon haben wir uns aber nicht stören lassen und einfach den Tag genossen.

Im Park angekommen haben wir mit den Pferden begonnen. Im Gegensatz zu Streichelzoo-Paraden, waren unsere Pferde nicht alle hintereinander gebunden, sondern wir musste selbst die Zügel halten. Zum Glück wussten die Pferde aber wo es längs geht und meins war sowieso schon halb tot. Am Anfang wollte es sich garnicht bewegen und stand in dem “Sammelgatter” direkt in der Mitte, um so den anderen Reitern den Weg zu versperren^^

Als es dann aber losging, war alles in Ordnung und es trottete brav in der Reihe. Obwohl es nicht mein erstes Mal auf einem Pferderücken war muss ich sagen, dass ich mich nicht sehr wohl gefühlt habe. Ich saß wie ein nasser Sack, obwohl ich mein Bestes gegeben habe so zu sitzen, wie man sitzen soll. Ich kann mich auch sehr gut dran erinnern, dass man mit den Bewegungen eines Pferdes mitgehen soll (logisch!), was aber irgendwie darin ausartete, dass ich gehüpft bin, wie ein Flummi und meine Beine abwechselnd geschaukelt sind. Ich bin also nicht so der Pferde-Typ.

Der Weg, der wir geritten sind, führte durch einen wunderschönen Wald und über mehrere Flüsse. Der Waldboden war übersäht mit riesigen Baumwurzeln und Steinen. Zum Glück habe ich Freunde die reiten und die mir zig-mal gesagt haben, dass ein Pferd nicht einfach so fällt und dass sie kein Problem haben auf solchem Untergrund zu laufen (ist ja besser als Asphalt) und die Beine aus puureen Muskeln bestehen, die Stolpern unmöglich machen
Also habe ich lieber die Umgebung genossen, die ein kleines bisschen wie das Paradis aussah. Die Baumkronen so saftig grün, dass ich am liebsten reingebisschen hätte und Wegabschnitte übersät mit weißen, länglichen, geschlossenen Blüten, mit roten Blütenblättern und mit blau-grauen, getrockneten und zu einer Kugel geformten Blättern.
Zwischendurch ritten wir so nahe an den in der Mitte des Weges stehenden Bäumen vorbei, dass man die Ameisen am Stamm hochkrabbeln sehen konnte. Große Ameisen, die nen bisschen mehr als nen cm maßen!
Andere Baumstämme hingegen waren voll mit Dornen, sodass man aufpassen musste, sich nicht zu dran zu ratschen.
Zur Erfrischung sind wir durch Flüsse geritten und haben uns vom nachfolgendem Pferd aufgewirbeltem Wasser nassspritzen lassen =)
Am Ende der Strecke haben wir dann lange Hose und Shirt gegen Badesachen umgetauscht, uns einen großen Badereifen geschnappt und sind einen steilen Weg zum Stromschnellen-Fluß runtergegangen. Wer rutscht auch in Hitze auf nem Haufen Blätter aus? Ich!
Zum Glück habens nicht so viele Leute gesehen =)
Unten angekommen gingen wir in den Fluß. Der Boden natürlich auch mit Steinen gepflastert. Wer strauchelt? Ich!
Dann schnell in den Reifen gesetzt (Gleichgewicht verloren, ins Wasser gekippt und unterm Reifen begraben) und losgeschwommen in Richtung erste Stromschnelle. Den Spaß, den ich dabei hatte kann man garnicht in Worte fassen!
Ich wollte sowas schon lange mal machen oder richtiges Rafting, wo man mit mehreren Leuten in einem Boot sitzt. Es war einfach nur supergeil!

Man muss quasi garnichts machen, als sich treiben zu lassen und bei den Stromschnellen ein bisschen drauf zu achten, dass man nicht sein Gleichgewicht verliert. Kommt man gegen einen Fels, stößt einen der Reifen automatisch wieder ab, steht man fast still, wird man von den Guides wieder in Schwung gebracht und sitzt man auf nem blöden Stein fest, der seitlich von den Stromschnellen tiefer im Wasser ist, dann hat man einfach Pech gehabt
Haha, quatsch! Man wartet einfach darauf, dass irgendjemand einen da rauszieht. Pura Vida! Das ist wahrscheinlich einfacher, als so wie ich zu versuchen, sich selbst wegzupaddeln, nur um dann wieder von den nächsten Leuten wieder auf den Stein zurückgeschoben zu werden^^
Die ganze Strecke war bestimmt so an die 7 Kilometer lang. Der Spaß kommt also nicht zu kurz. Auch wenn man am Ende fast ein wenig traurig ist, weil man nicht möchte, dass es schon endet.
Mit einem Old American Schoolbus geht es dann wieder zurück zum Haus, wo es ein 4-Gänge Mittagessen gab. Mit leckerer Suppe, Salat, Spaghetti und Nachtisch. Ich bin mal gespannt wie das in Nizza wird, wenn ich mit den Franzosen am Tisch sitze. So, wie die essen…

Nach dem Essen ging es dann wieder zurück zum Haus, wo wir alle Klettergurte angelegt bekamen. Klettergurte??! Nene, halt! Wieso klettern? Geht doch nicht. Ich kann nicht klettern, ich hab Höhenangst. Schnell nochmal nachgefragt hab ich erfahren, dass “Canopy” sowas wie ein Hochseilgarten ist. Also doch nichts gelernt in Englisch..
Da alle mitmachen mussten und ich auch nicht so einfach aufgeben wollte, bin ich also mitgegangen. Mit zitternden Beinen bin ich also die Treppe hochgestiegen, die es noch zusätzlich zu dem sowieso schon vorhandenem Abgrund gab. Mit Babyschritten und zitternden Beinen bin ich dem Seim immer näher und näher gerück und war froh, nicht sehen zu können, wie tief es wirklich war. Denn 10 Meter unter uns ragten die Baumkronen der Bäume auf.
Angekettet, hochgesprungen zum Befestigen und losgeschwebt.

Die erste halbe Strecke war für mich der blanke Horror. Wir sollten eine Hand auf das Seil legen, um dafür zu sorgen, dass wir grade schweben. Da mein Leder an der Stelle allerdings beschädigt war und meine Finger überhaupt kein extra Leder hatten, bin ich ein wenig panisch geworden und hab bestimmt irgendwie komisch rumgefuchelt. Anders kann ich es mir zumindest nicht erklären, dass ich mit meinem Arm das Stahlseil gestriffen habe. Nach dem stechend-brennendem Schmerz hab ich mich aber schnell dazu entschlossen, einfach garnichts zu machen und das Gefühl zu genießen. Was auch wunderbar geklappt hat, denn ich glaube, nachdem ich heil angekommen bin, kann ich sagen, dass ich noch nie so viel Spaß hatte. Danach hab ich mich auf jede weitere Strecke gefreut und die Geschwindigkeit genossen, mit der man frei in der Gegend fliegt
Ich habe mich sogar getraut, kopfüber durch eine Schlucht zu fliegen
Nach all dem Nervengezitter und der Anspannung gab es zum Abschluss noch eine Runde in der Saune, eine weiche Haut machende Vulkanaschen-Schlamm-Körpermaske und ein Bad in den heißen Quellen =)
Alle Fotos aus dem Blog und noch ein paar mehr gibt im Album.